Nebenwirkungen bei einem Beckenbodenstuhl

17.02.2026 • 5 minuten Lesedauer
Beckenbodenstühle arbeiten mit elektromagnetischen Impulsen und aktivieren die Beckenbodenmuskulatur gezielt von außen. Viele Menschen fragen sich vor der ersten Anwendung, ob dabei Nebenwirkungen auftreten können.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche körperlichen Reaktionen möglich sind, welche Kontraindikationen beachtet werden sollten und was Sie vor einer Anwendung wissen müssen.
Der Beckenbodenstuhl EMP Chair Pro steht in einem modernen Behandlungszimmer

Beckenbodentraining mit einem Magnetwellenstuhl

Ein Magnetwellenstuhl nutzt hochfrequente elektromagnetische Impulse, um die Nerven im Beckenboden zu stimulieren. Diese Impulse durchdringen Kleidung und Haut und lösen unwillkürliche Muskelkontraktionen in allen drei Schichten der Beckenbodenmuskulatur aus.
Anders als beim klassischen Training, bei dem die Muskulatur bewusst angespannt werden muss, übernimmt der Stuhl diese Aktivierung.
Der zentrale Vorteil liegt darin, dass auch Menschen profitieren können, die ihren Beckenboden nicht spüren oder nicht gezielt ansteuern können. Diese Schwierigkeit betrifft viele Betroffene, da es sich um tiefliegende Muskulatur handelt, die im Alltag kaum bewusst wahrgenommen wird.
Eine Sitzung dauert etwa 28 Minuten und umfasst bis zu 12.000 Muskelkontraktionen. Empfohlen werden in der Regel zwei Sitzungen pro Woche über mehrere Wochen, um nachhaltige Effekte zu erzielen.
Beckenbodenstühle sind seit mehreren Jahren in physiotherapeutischen Praxen, Gesundheitszentren und spezialisierten Studios im Einsatz. Ihre Beliebtheit erklärt sich durch die einfache Anwendung, die hohe Intensität der Muskelaktivierung und die Tatsache, dass keine aktive Mitarbeit erforderlich ist.
Behandelt werden vor allem Inkontinenz, Rückenschmerzen, Beckenbodenschwäche nach der Geburt sowie erektile Dysfunktion bei Männern. Der Beckenbodenstuhl von EMP Chair Pro setzt genau hier an und unterstützt Betroffene dabei, ihre Muskulatur schrittweise zu kräftigen.
Ein Mann und eine Frau sitzen auf Beckenbodenstühlen und unterhalten sich über Beckenbodentraining

Die 4 häufigsten Nebenwirkungen einer Magnetfeldtherapie

Unter Magnetfeldtherapie versteht man die gezielte Anwendung elektromagnetischer Felder, um Muskulatur oder Gewebe zu stimulieren. Obwohl die Methode als sicher gilt, können vorübergehende körperliche Reaktionen auftreten, die meist harmlos sind und nach kurzer Zeit von selbst abklingen.

1. Muskelkater und Spannungsgefühl

Nach den ersten Sitzungen berichten einige Anwender von einem leichten Muskelkater im Beckenbereich. Diese Reaktion ist vergleichbar mit dem Gefühl nach intensivem Training und zeigt, dass die Muskulatur aktiviert wurde. Der Muskelkater verschwindet in der Regel nach ein bis zwei Tagen und tritt mit zunehmender Gewöhnung an das Training seltener auf.

2. Verstärkte Durchblutung und Wärmegefühl

Durch die erhöhte Muskelaktivität während der Sitzung kann es zu einer vermehrten Durchblutung im Beckenbereich kommen. Viele Anwender spüren ein angenehmes Wärmegefühl, das in den Stunden nach der Anwendung bestehen bleiben kann. Diese Reaktion ist unbedenklich und ein Zeichen dafür, dass die Durchblutung angeregt wurde. Das Wärmegefühl klingt meist innerhalb von 24 Stunden von selbst ab.

3. Kurzzeitiger Harndrang oder Stuhldrang

In manchen Fällen kann es nach der Anwendung zu einem kurzzeitig verstärkten Harndrang oder Stuhldrang kommen. Diese Reaktion entsteht durch die Reizung der Beckenbodenmuskulatur und der umliegenden Nerven. Sie ist vorübergehend und normalisiert sich in der Regel schnell wieder. Es kann hilfreich sein, vor der Sitzung die Blase zu entleeren, um dieses Gefühl zu minimieren.

4. Vorübergehende Zunahme von Inkontinenzsymptomen

In seltenen Fällen kann es innerhalb von 24 Stunden nach einer Sitzung zu einem vorübergehenden Urinverlust kommen. Diese Reaktion entsteht durch eine kurzzeitige Muskelermüdung. Der Beckenboden wurde intensiv aktiviert und ist für eine kurze Zeit weniger reaktionsfähig, ähnlich wie ein Muskel nach starkem Training. Diese Erscheinung zeigt, dass die Muskulatur tatsächlich stimuliert wurde. Nach kurzer Regeneration, meist innerhalb von ein bis zwei Tagen, normalisiert sich die Kontrolle wieder.

Wann sollte ärztliche Abklärung erfolgen?

Die genannten Reaktionen sind typische und unbedenkliche Begleiterscheinungen. Es gibt jedoch Symptome, die eine ärztliche Abklärung erfordern, bevor das Training fortgesetzt wird. Dazu zählen starke Schmerzen, Brennen oder ein anhaltendes Druckgefühl, das über 24 Stunden bestehen bleibt. Auch neu auftretende Taubheitsgefühle im Becken-, Gesäß- oder Beinbereich sollten medizinisch abgeklärt werden. Schwindel, Herzrasen oder Kreislaufprobleme können auf eine Überreaktion des vegetativen Nervensystems hinweisen. In solchen Fällen sollte das Training sofort pausiert werden.

Mögliche Kontraindikationen einer Magnetfeldtherapie

Bevor eine Anwendung mit einem Beckenbodenstuhl beginnt, sollten bestimmte gesundheitliche Bedingungen ausgeschlossen oder ärztlich abgeklärt werden. Es wird dabei zwischen absoluten und relativen Kontraindikationen unterschieden.
Absolute Kontraindikationen schließen eine Anwendung grundsätzlich aus, da Risiken bestehen, die nicht vertretbar sind. Relative Kontraindikationen erfordern eine sorgfältige Abwägung oder ärztliche Rücksprache, eine Anwendung ist jedoch unter Umständen möglich.
Eine Frau mittleren Alters erklärt einer anderen Frau mögliche Kontraindikationen des Beckenbodenstuhls

Absolute Kontraindikationen

Bei den folgenden Bedingungen darf der Beckenbodenstuhl nicht angewendet werden, da das elektromagnetische Feld die Funktion lebenswichtiger Implantate stören oder gesundheitliche Risiken mit sich bringen kann.

1. Herzschrittmacher und Defibrillatoren

Elektromagnetische Felder können die Funktion von Herzschrittmachern oder implantierten Defibrillatoren beeinträchtigen oder diese im schlimmsten Fall beschädigen. Da diese Geräte lebensnotwendig sind, ist eine Anwendung des Beckenbodenstuhls grundsätzlich ausgeschlossen.
Eine Ausnahme besteht nur, wenn eine schriftliche ärztliche Freigabe vorliegt, die das individuelle Risiko bewertet hat.

2. Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ist die Anwendung mit einem Beckenbodenstuhl generell nicht erlaubt. Die Auswirkungen der elektromagnetischen Impulse auf das ungeborene Kind sind bisher nicht ausreichend erforscht. Aus diesem Grund wird die Methode unabhängig vom Schwangerschaftsverlauf oder der Stabilität der Schwangerschaft nicht eingesetzt.
Nach der Geburt und vollständiger Wundheilung kann das Training jedoch zur Unterstützung der Rückbildung genutzt werden.

3. Metalle im Becken- oder Lendenwirbelsäulenbereich

Metallische Implantate wie Schrauben, Platten oder Eileiter-Clips können sich im Magnetfeld erwärmen und dadurch Gewebe schädigen. Eine Ausnahme bilden Implantate aus Titan oder Keramik, da dieses Material nicht magnetisch reagiert und sich nicht erwärmt.
Sofern keine Keramik- oder Titan-Implantate vorliegen, ist eine Anwendung nicht möglich. Im Zweifelsfall sollte vor der ersten Sitzung eine ärztliche Klärung erfolgen.

Relative Kontraindikationen

Bei relativen Kontraindikationen ist eine Anwendung nicht grundsätzlich ausgeschlossen, erfordert jedoch eine sorgfältige Abwägung oder eine ärztliche Freigabe. Die Entscheidung hängt von der individuellen Situation und dem Schweregrad ab.

1. Menstruation

Das elektromagnetische Feld kann die Durchblutung im Beckenbereich verstärken, was während der Menstruation zu einer stärkeren Blutung führen kann. Ob eine Anwendung während der Regelblutung durchgeführt wird, liegt im Ermessen der Anwenderin. Bei bereits starken oder schmerzhaften Blutungen kann es sinnvoll sein, das Training auf die Tage nach der Menstruation zu verschieben.

2. Akute Harnwegsinfekte oder fieberhafte Infektionen

Bei bestehenden Infektionen wie einer Blasenentzündung oder einer fieberhaften Erkrankung sollte das Training pausiert werden. Die zusätzliche Belastung durch die Muskelstimulation kann die Symptome verschlimmern oder den Heilungsprozess verzögern. Erst nach vollständiger Ausheilung und Beschwerdefreiheit kann die Anwendung wieder aufgenommen werden.

3. Blutverdünnende Medikamente

Personen, die hochdosierte blutverdünnende Medikamente wie Marcumar oder Xarelto einnehmen, haben ein erhöhtes Blutungsrisiko. Durch die gesteigerte Durchblutung während der Anwendung könnte dieses Risiko weiter erhöht werden. In solchen Fällen ist vor der ersten Sitzung eine Freigabe durch den behandelnden Arzt erforderlich, um mögliche Komplikationen auszuschließen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Ich kann meinen Beckenboden nicht anspannen. Was kann ich tun?
Dass der Beckenboden schwer ansteuerbar ist, ist keine Seltenheit. Da es sich um Tiefenmuskulatur handelt, fehlt oft die bewusste Wahrnehmung. In solchen Fällen kann ein technikgestütztes Training sinnvoll sein. Der EMP Chair Pro aktiviert die Muskulatur über elektromagnetische Impulse und kann dabei helfen, den Beckenboden gezielt zu trainieren und besser kennenzulernen.
Wann merke ich Verbesserungen durch das Beckenbodentraining?
Wie schnell Veränderungen wahrgenommen werden, hängt von der individuellen Ausgangssituation ab. Häufig berichten Menschen nach mehreren Wochen regelmäßigen Trainings von einem verbesserten Körpergefühl und einer bewussteren Wahrnehmung im Beckenbereich. Wichtig ist eine kontinuierliche Anwendung und realistische Erwartungen, da Beckenbodentraining ein langfristiger Prozess ist.
Funktionieren Beckenbodenstühle tatsächlich?
Beckenbodenstühle aktivieren die Muskulatur durch elektromagnetische Impulse gezielt und messbar. Viele Anwender berichten nach mehreren Sitzungen von einer verbesserten Kontrolle über den Beckenboden und einem besseren Körpergefühl. Die Wirksamkeit hängt von der Regelmäßigkeit der Anwendung und der individuellen Ausgangssituation ab. Entscheidend ist, realistische Erwartungen zu haben und das Training kontinuierlich durchzuführen.
Was bringt ein Beckenbodenstuhl?
Ein Beckenbodenstuhl ermöglicht es, die tiefliegende Beckenbodenmuskulatur zu trainieren, ohne sie bewusst anspannen zu müssen. Das ist besonders hilfreich für Menschen, die ihren Beckenboden nicht spüren oder nicht gezielt aktivieren können. Durch die elektromagnetischen Impulse werden alle Muskelschichten erreicht und gekräftigt. Dadurch kann die Kontrolle über Blase und Darm verbessert, die Körpermitte stabilisiert und das allgemeine Körpergefühl gestärkt werden.
Autorin: Jessica Marcinkowski
Jessica Marcinkowski ist Beckenboden-Expertin und Unternehmerin mit 18 Jahren Erfahrung in der Anwendung moderner Trainingskonzepte. Sie arbeitet täglich mit Endanwendern sowie im engen Austausch mit Physiotherapeuten, Ärzten und weiteren Fachanwendern. Als zentrale Ansprechpartnerin für den EMP Chair Pro begleitet sie die Einführung, Anwendung und Einordnung des Trainingskonzepts in der Praxis. In ihren Artikeln erklärt sie Zusammenhänge rund um Beckenboden und Körpermitte.